23. Juli 2010
Interview mit Xandra Haslinger, Beauftragte für HSEQ (Health, Safety, Environment and Quality) der Business Unit Ion Exchange Resins (BU ION) von LANXESS
Frau Haslinger, bitte beschreiben Sie kurz Ihre Aufgaben als HSEQ-Beauftragte der BU ION.
Xandra Haslinger: Ein Großteil der von uns verkauften Ionenaustauscherharze geht in die Wasseraufbereitung, das bedeutet einen hohen Registrierungsaufwand. Aufgrund der Komplexität der Materie pflegen wir einen sehr engen Kontakt zur Group Function Industrial & Environmental Affairs (IEA) von LANXESS. Ich fungiere hier sozusagen als Schnittstelle zwischen IEA und unserem Marketing. Ich bin aber auch Ansprechpartnerin für alle Fragen, die ein bisschen aus dem Rahmen fallen, sei es Qualitätsvereinbarungen oder Projekte, die sich aufgrund einer verschärften EU-Gesetzgebung mit den Sicherheits- und Qualitätsstandards unserer Produkte und Anlagen auseinander setzen.
Worauf legen Sie im HSEQ-Bereich der Business Unit ION besonderen Wert?
Haslinger: Die BU ION hat sich das Ziel gesetzt, weltweit an allen Standorten hinsichtlich Qualität, Umweltschutz und Sicherheit gleichermaßen hohe Standards zu erfüllen. Ich bin immer wieder beeindruckt zu sehen, dass dies von unseren Mitarbeitern auch ganz selbstverständlich ‚gelebt’ wird – die komplexe Art unserer Produkte macht dies erforderlich.
Was war in der BU ION das wichtigste HSEQ-Projekt der vergangenen Jahre?
Haslinger: REACH ist und bleibt ein großes Thema, aber aufgrund der Tatsache, dass bislang nur die monomeren Bestandteile unserer Polymere registriert werden müssen, sind wir an dieser Stelle nicht in dem Maße gefordert, wie andere Bereiche. Da wir keine make-to-order Produktion haben, stellt andererseits die neue GHS-Verordnung* für uns eine erhebliche Herausforderung dar, zumal wir sehr individuelle vorbedruckte Verpackungen haben.
Für unseren Leverkusener Betrieb haben wir kürzlich eine HACCP-Studie durchgeführt. Die Abkürzung steht für Hazard Analysis and Critical Control Points und ist in der deutschen und europäischen Lebensmittelverordnung verankert. Damit werden potentielle Gefährdungen in jeder Phase der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln überwacht und optimiert. Das zieht sich durch die gesamte Lieferkette. Wir beabsichtigen, diese Form der Risikobetrachtung sukzessive auch auf unsere anderen Standorte auszuweiten; wir gehen damit gewissermaßen eine Selbstverpflichtung ein.
Was wird das nächste große HSEQ-Projekt Ihrer Business Unit sein?
Haslinger: Unsere Aufgabe wird es sein, den neuen Standort im indischen Jhagadia in das globale Matrixzertifikat (ISO 9001/14001) von LANXESS zu integrieren und außerdem die notwendigen Registrierungen (FDA, NSF, AFFSA, WRAS) für die dort hergestellten Produkte in die Wege zu leiten.
Zur Person:
Xandra Haslinger kam nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und verschiedenen Volontariaten in Kanada und den USA 1987 zur Bayer AG in Leverkusen. Dort war sie in der Business Unit Material Protection Products (BU MPP) im Marketing unter anderem für den Bereich Nordamerika zuständig. In der Group Function Logistik und Supply Chain von LANXESS war sie von 2004 bis 2007 im Bereich KPI-Management tätig. Seit 2007 ist Xandra Haslinger die HSEQ- und REACH-Beauftragte der BU ION und hier verantwortlich für Environmental- und Quality Stewardship.
* GHS = Global Harmonized System, die weltweit einheitliche Kennzeichnung für Gefahrstoffe bzw. Gefahrgüter

